Dezembermorgen
Die heiß leuchtenden Fenster
der Immernochwachen
in der Dämmerung der Nebeldächer
Die Kruste meiner Tintenhaut
auf alten Sommerselbsttränen
und wieder Augen
derer,
die wir nachts beweinen
Die versetzten Stiche
in die leuchtenden Narben
geteilter Erinnerung
Meine Schritte verfehlen den Asphalt
Befreiende Worte,
vergebens
verweht im Nebelatem
Dezembernachtsrufe
reichen nicht
an mein entblößtes Hirn
Bin nicht irgendwer für irgendwen
Was ich will?
Ich will den Mond aufgehen sehen
Bin Fluß
Bin Floß
zugleich
Bin nicht
Will nicht
sein
Erweiche nur Profile
Kehlenloser Abgesang
am Wegewendepunkt
Barde der Vergangenheit
Eingereiht in Geisterchöre
und die Verbeugung
auf sich warten lassend
Lass mich zurückfallen
Trete nicht hervor
Wenn hundert Wehungen
aus Walnussvenen
hirnen
schwebe ich vor, schwebe zurück
Links das Meer, rechts das Glück
Südstaccato und Schulterblick
und Salzsturm an den Schläfen
Der ellenlange Rückweglose
vor der Gabelungen Adermeer
Die Segel strandungsfest
Bleib ich nackt
und entscheide mich verborgen
Mit weichem Herzen
jetzt, für den Dezembermorgen